Besuch aus Kunbaja

Einen kurzen aber intensiven Besuch von 15 Gästen aus der ungarischen Partnergemeinde Kunbaja erlebte der Partnerschaftsverein Dinkelscherben vom 4. bis 7. April. Die Gäste, die sich einen privaten Besuch vorgenommen hatten, wohnten allesamt bestens bei gastfreundlichen Familien. Sie besuchten die Sehenswürdigkeiten im Ort und der Umgebung, sogar mit Fahrrad oder zu Fuß. Ein Tag war für die immer wieder sehenswerte Fuggerei reserviert, wobei anschließend eine Augsburgtour nicht fehlen durfte. Der erlebnisreichste Höhepunkt war aber der Besuch des Plärrers. Solch eine Veranstaltung war für sie etwas völlig Neues und Aufregendes, das sie sehr genossen haben.

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Beim Empfang im Rathaus Dinkelscherben begrüßte Bürgermeister Edgar Kalb die Gäste sehr herzlich. Er überreichte die offizielle Einladung des Marktes an die Kunbajer Gemeindeverwaltung und Vereine zur Feier des 20jährigen Bestehens der Partnerschaft am 25. Juli diesen Jahres (siehe eigenen Beitrag). Diese wird dann mit einem feierlichen Festakt im Pfarrsaal begangen werden. Auch Musik- oder Sportveranstaltungen sind geplant. Wer aus der Marktgemeinde und den Ortsteilen einen Beitrag leisten kann(Gästeunterbringung, Programmergänzung, usw.) bitte bei der Vereinsleitung melden.

Vor der Abfahrt beim gemeinsamen Frühstück wurde des Urhebers und langjährigen Motors der Partnerschaft Hans Lutz in Anwesenheit seiner Familie gedacht. Er bleibt in beiden Gemeinden in bester Erinnerung.

Viktoria Aumann, Vorsitzende

Nachruf Hans Lutz

Unser Gründungsmitglied Johann Lutz verstarb am 15. Februar 2018 im Alter von 83 Jahren. Wir werden ihn mit seiner freundlichen Art und immer guter Laune sehr vermissen.

Eine siebenköpfige Delegation aus Kunbaja reiste zur Beisetzung an. Hajni Kocsi, die Vorsitzende des deutschpflegenden Vereins, hielt eine zu Herzen gehende Grabrede, der wir nichts hinzuzufügen haben:

Lieber Hansi bácsi,

wir haben mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, dass du von uns gegangen bist. Mit großer Trauer haben wir uns heute bei dir versammelt, um von einem guten Freund Abschied zu nehmen.

Wir werden es nie vergessen, dass dank dir und deinem Freund Josef Ollmann die Gemeinden Dinkelscherben und Kunbaja zu erfolgreichen Partnergemeinden wurden. Nun seid ihr Beide in Gottes Händen und wir werden immer mit Respekt und großer Dankbarkeit an Euch denken. In diesem Sinne, wollen wir uns nicht von dir für immer verabschieden. Du bleibst in unseren Herzen weiterhin verankert.

Wir vergessen nie deine sehr große Hilfe, die du uns immer gegeben hast. Für die Arbeit, die du in die Harmonie unserer Partnergemeinden investiert hast, möchten wir dir an dieser Stelle nochmals herzlichst danken.

Gerne erinnern wir uns an deine Organisation der Fußballspiele in Kunbaja, aber auch an die Einführung des Stockschießens, dass bis heute in Kunbaja noch sehr aktiv gespielt wird. Du warst für unsere Stockschützenfamilie stets ein großes Vorbild und ein ganz lieb gewordener Gast. Du warst bei uns immer zu Hause. Da du uns auf dem Stockschützenplatz sehr fehlen wirst, werden wir unter uns Stockschützen nur noch vom Hansi bácsi Platz sprechen.

Du warst ein echter Lokalpatriot. Dein Vater war Bürgermeister von Kunbaja und hat dieses Amt mit sehr viel Liebe und Respekt gegenüber dem Ort und seinen Bürgern ausgeführt. Er hat dir diese Liebe zu deinem Geburtsort offensichtlich weitergegeben und du hast weiter mit viel Verantwortung zum Wohle von Kunbaja bis heute beigetragen.

Niemals werden wir die vielen lustigen und gesangsintensiven Abende, die wir in deiner Anwesenheit verbringen konnten, vergessen.

Wenn du nach Kunbaja gekommen bist, bist du nach Hause gekommen. Jetzt bist du von uns gegangen und du wirst uns sehr fehlen. Aber in unseren Herzen wirst du immer bei uns sein.

Im Namen der Selbstverwaltung und der Deutschen Selbstverwaltung , und auch im Namen aller Freunde von Kunbaja möchte ich Dir noch eines sagen:  Machs gut Hansi bácsi, pass von da oben auf uns auf!

Abschied nach dem Frühstück

Kedves Hanzi Bácsi!

Megdöbbenve és szomorúan vettük tudomásul a hírt, hogy elmentél közülünk. Mindenki tudja, hogy Neked és barátodnak Ollmann Józsefnek köszönhető Kunbaja és Dinkelscherben partnerközségi kapcsolata. Most már mindketten a Jóisten közelében vagytok. Mielőtt azonban végleg itt hagynál bennünket, szeretnénk elköszönni Tőled.

Szeretnénk megköszönni Neked azt a sok segítséget amit nekünk nyújtottál. Soha nem fogjuk elfelejteni, hogy mennyit dolgoztál azért, hogy a két település között harmonikus legyen a kapcsolat.

Jól emlékszünk még a kezdeti időkre, amikor néhányan megszerveztétek az első futballmérkőzéseket, elhoztátok Kunbajára a csúszókorongot. A kunbajai csúszókorongosok kis családjában, mindig is a példaképünk voltál, nagyon-nagyon szerettünk.. Nagyon fog hiányozni a pálya mellől kedves alakod, a pályát magunk között csak „Hansi bácsi pályának hívjuk.”

Te egy igazi lokálpatrióta voltál. Egykor édesapád volt Kunbaja első embere. Akik még ismerték, azt mesélik róla, hogy rendkívüli módon szerette a faluját. Mintha Te is ugyanolyan felelősséget éreztél volna szeretett szülőfalud sorsáért. Mindig ráéreztél, hogy hol kellene segíteni, hol van szükségünk valamire.

Soha nem hivalkodtál, nem dicsekedtél a szervező munkáddal, de mi folyamatosan éreztük, hogy a háttérből figyelemmel kíséred mindegyik községi vezető minden lépését. Köszönjük azt a sok vidám hangulatú, esti nótázást és sörözést is, amit társaságodban tölthettünk. Kunbajára

Te valóban haza jártál. Nagyon fogsz nekünk hiányozni. Mindig emlékezni fogunk Rád. Hitünk szerint köszönünk el Tőled, viszont látásra, nyugodj békében.

 

Spendenaktion Winter 2017

In einem Lastwagen, der unentgeltlich von der Fa. Auto Brunnhuber zur Verfügung gestellt wurde, gefüllt mit Winterausrüstung an Kleidern, Schuhen und anderen nützlichen Spenden, sogar mit einem Kartoffelroder, machten sich drei erfahrene Vereinsmitglieder Josef, Reinhard und Peter vom 14.-16. Dezember auf den Weg zur Partnergemeinde Kunbaja.

Sie wurden dort herzlich von den Schulkindern und Lehrerinnen mit einer Adventfeier empfangen. Die Familien und Bedürftigen konnten sich an den Sachspenden bedienen. Der Erlös des anschließenden Flohmarktes wurde der Schule zur Verfügung gestellt.

Die 3er Abordnung aus Dinkelscherben wurde vom neuen Bürgermeister Halász István im Rathaus von Kunbaja begrüßt. In dieser Unterredung hob der dortige Bürgermeister die nunmehr wieder sehr gute Beziehung beider Gemeinden hervor .Für die bevorstehenden Aktivitäten des Jahres 2018 werden sich die zuständigen Personen in Verbindung setzen .Der Bürgermeister übergab den beiden Markträten Josef und Reinhard einen Brief an unseren Bürgermeister Edgar Kalb mit den guten Wünschen für die Feiertage und zum Jahreswechsel sowie an die ganze Gemeinde und bedankte sich nochmals für die Aktion.

Mit einem sehr herzlichen Brief bedankte sich Hajni, die Vorsitzende des deutschpflegenden Vereins, für die großartige Spendenaktion aus Dinkelscherben und bat darum, diesen Dank an alle Spender weiterzugeben.

Kunbaja-Besuch vom 31.08. bis 03.09.2017 – Bericht über den Nachmittag des 01.09.2017

(von Rudolf Schmuderer)

Nach der Eröffnungsfeier im Schulhof mit Begrüßung durch den 2. Bürgermeister, Ansprachen, Tanzvorführungen der Kindergarten- und Schulkinder sowie einer Filmvorführung über vergangene Ereignisse der Partnerschaft gab es ein üppiges Mittagessen im Schatten der alten Bäume.

Während danach die mitgereisten Dinkelscherbener Stockschützen und Tischtennisspieler ihre Kräfte und Fähigkeiten in sportlichem Wettkampf mit den Sportlern aus Kunbaja zeigten, begaben sich die anderen Dinkelscherbener auf einen sehr interessanten und aufschlussreichen Rundgang durch Kunbaja.

Zum Auftakt wurde das Rathaus mit Bürgermeisterbüro, Notarbüro, Büro der Vertretung der deutschen Minderheit und der repräsentative Sitzungsraum, der auch als Trauungsraum dient, besichtigt. Hier werden demnächst mit Förderung der ungarischen Regierung Renovierungsarbeiten durchgeführt.

Danach folgte die Besichtigung eines mit Fördermitteln der EU sehr gut sanierten Gemeinde- gebäudes, welches komplett in eine kleine Konservenfabrik umgebaut wurde und als eigenständiger Wirtschaftsbetrieb der Gemeinde betrieben wird. Hier werden ausschließlich die in der Region Kunbaja angebauten Gemüseprodukte (Paprika aller Art, Gurken, Kraut, Spargel, Bohnen usw.) gekocht, konserviert, in Gläser verschiedener Größe abgefüllt und versandfertig gemacht. Dadurch wurden sehr begehrte Arbeitsplätze für Einheimische geschaffen. Alle Besucher erhielten ein kleines Sortiment der Produkte als Gastgeschenk.

Das nun zu besichtigende alte Pfarrhaus, welches nach dem Tod des letzten Pfarrers von Kunbaja vor einigen Jahren nicht mehr als Pfarrerwohnung dient, wird nun als Dokumentationszentrum für die Geschichte Kunbajas genutzt. Viele Urkunden, Dokumente, Fotos und Ausstellungsstücke einschl. kunstvoller Modelle der historischen Gebäude geben Aufschluss hierüber.

Die erste Besiedelung , die urkundlich bis 1385 zurückreichte, endete mit der vollständigen Zerstörung des Ortes durch die Türken und Kurutzen Ende des 17. Jahrhunderts. Erst seit 1817 erfolgte die Neubesiedelung, weshalb in diesem Jahr das 200-jährige Gründungsfest begangen wird. Die Betreuerin des Pfarrhauses erläuterte die Historie sehr ausführlich und detailliert und mit viel Fachwissen und Begeisterung.

Danach wurde die 1873 errichtete Pfarrkirche St. Matthäus besichtigt, die nach der letzten Turmsanierung vor 17 Jahren mit erheblicher finanzieller Unterstützung der Patengemeinde Dinkelscherben in sehr gutem baulichen Zustand ist. Ein Verantwortlicher der Kirchenverwaltung erläuterte mit Stolz die Besonderheiten dieses Sakralbaus. Zwischen Hauptschiff und Apsis steht auf einem Rundbogen unter der Kirchendecke in riesigen Lettern unübersehbar in deutscher Schrift: „WER MIR NACHFOLGEN WILL; NEHME SEIN KREUZ AUF SICH!“

Zu den nächsten beiden Stationen fuhren wir in einem Kleinbus. Zuerst ging es zum etwas außerhalb von Kunbaja gelegenen Friedhof, dessen sehr gepflegte Gräber überwiegend deutsche Namen tragen. Die Angaben der Verstorbenen reichen von der Gegenwart bis weit zurück ins 19. Jahrhundert.

Dann ging es weiter bis zur nur 2 km entfernten ungarischen Staatsgrenze zu Serbien. Diese Grenze ist seit 2016 durch zwei 4 m hohe Stacheldrahtzäune total abgesperrt, die teilweise unter Strom stehen. Die Bewachung erfolgt rund um die Uhr durch Polizei und Armee auf dem davorliegenden gerodeten Gelände und auf Wachtürmen. Die Maßnahme erfolgte trotz Missbilligung der EU durch die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Orban und führte dazu, dass der Flüchtlingsstrom über die „Balkanroute“ beendet wurde.

Der Anblick dieser Grenzbefestigungen erzeugte bei uns allen in Erinnerung an den Todes-streifen der deutsch-deutschen Grenze und des „Eisernen Vorhangs“ vor der Wiederver- einigung ein mulmiges Gefühl.

Die Nachdenklichkeit verkehrte sich bei der letzten Besichtigungsstation rasch in das Gegenteil. Das Gebäude des Kunbajer Rentnervereins besteht aus einer Gaststube und mehreren Räumen eines Heimatmuseums sowie im Garten einer Weinlaube und einem uralten gemauerten Steinbackofen, in welchem heute noch gelegentlich Brot gebacken wird.

Die Herzlichkeit bei der Begrüßung und Bewirtung mit Palinka, Wein und nichtalkoholischen Getränken, frischen Weintrauben und selbstgebackenen Köstlichkeiten („Pogatschen“ u.a.) war umwerfend und unübertrefflich. Voller Stolz zeigten uns die Rentnerinnen und Rentner, die das Haus ehrenamtlich betreiben und unterhalten, ihre Schätze: Liebevoll gestaltete Zimmer mit historisch getreuen alten Möbeln und Gebrauchsgegenständen, Kinderspielzeug, Gruppenfotos der Schulabschlussklassen seit Mitte des 20. Jahrhunderts, eine Originalküche aus dem 19. Jahrhundert mit gemauertem Herd, offenem Rauchabzug und riesigen Kesseln auf den Feuerstellen und vieles mehr.

Die Freude über unser Interesse führte bei den Gastgebern zu überschwänglicher Begeisterung und einem herzlichen Abschied, bei welchem jeder zur Erinnerung ein Säckchen Paprikapulver erhielt.

Bei allen Besichtigungen mit Ausnahme von Kirche, Friedhof und Grenzzaun wurden wir aufmerksam und großzügig mit Getränken und Gebäck bewirtet. Es grenzt an ein Wunder, dass wir beim anschließenden Abendessen im Garten des Kulturhauses noch in der Lage waren, ein hervorragendes Gulasch mit Beilagen zu konsumieren.

Maßgeblichen Anteil an diesem gelungenen Nachmittag hatten neben den jeweiligen Gast- gebern unsere Dolmetscher, die gekonnt und humorvoll alle Vorträge und Erläuterungen übersetzten, nämlich die Vorsitzende der Kunbajer deutschen Minderheitsvertretung und des Partnerkomitees Kocsi Hajnalka und unsere stets aufmerksame, freundliche und hilfsbereite liebe Monika Karl.

Ihnen allen gilt unsere Anerkennung und ein herzliches „NAGYON KÖSZÖNÖM!“ Wir werden diese schönen Erlebnisse immer in bester Erinnerung bewahren.