Zum alljährlichen Kirchweihfest, dem Patrozinium Szent Maté, heiligen Matthias am 21. September ging die Einladung an unseren Verein.
Elf Mitglieder machten sich Mitte der Woche auf den Weg in die ferne Bácska, wo wir herzlich empfangen wurden, perfekt untergebracht und kulinarisch versorgt wurden. Das ging von Fischsuppe im Minderheitenhaus über Dampfnudeln auf Krautfleisch in der Unterkunft und Geselchtes im Brotlaib im Weinkeller in Hajos.
Einen Nachmittag waren die Sportler beim Stockschießen, die restlichen Teilnehmer wurden zu einer idyllischen Bootsfahrt auf der Donau begleitet.
Am traditionellen Umzug durch das Dorf auf geschmückten Wagen an Traktoren (früher Pferde) wurden die Gäste und viele Bewohner mit Musik durch das Dorf gefahren und an mehreren Stationen zu Imbiss, Getränken und vor allem Tanz auf der Strasse eingeladen. Dabei trugen die Schul- und Kindergartenkinder Gedichte vor und beobachteten die Dinkelscherbener Gäste, ob diese auch die Tanzschritte richtig ausführten, die sie ihnen am Tag zuvor im Schulhof mühsam beigebracht hatten.
Am Abend dann der ersehnte Ball im Kulturhaus. Dort tanzt alt und jung, ungarisch und deutsch unermüdlich mit Begeisterung die ganze Nacht den Csardas. Junge Damen zogen da schon mal die Schuhe aus.
Am Abfahrtssonntag hat unsere liebe Hajni zu ihrem Geburtstagsfrühstück eingeladen, von wo wir überaus gestärkt den Heimweg antreten mussten.
Ganz großen Dank für den liebevollen Empfang und die perfekte Organisation während des Aufenthaltes in Kunbaja.
Zum diesjährigen Dinkel 25 sind 7 Langosbäckerinnen und Bäcker aus Kunbaja gekommen um Peter und Ute Winning tatkräftig zu Seite zu stehen. Man kann sagen, das Team hat mit Umsicht und unermüdlicher Tatkraft diese 4 Tage gemeistert. Daneben waren Aufstellung und Ausstattung des Standes mit Fritteusen, Kühlschrank und dem passenden Strom in besten Händen bei Josef Grohs und Reinhard Pentz.
Die Bäckerei Gleich unterstützte mit Umsicht und Sachverstand die Herstellung des Langos-Teiges und überließ uns diesen zu günstigsten Bedingungen.
Daneben haben wir unsere ungarischen Gäste ins Allgäu, in die Breitachklamm und auf das Bolsterlanger Horn geführt. Ein anderer Ausflug ging ins Höchstätter Schloss und nach Dillingen.
Der letzte Zeitzeuge
Beim obligatorischen Besuch des Grabes von Hans Lutz auf dem Friedhof trafen unsere Freunde aus Kunbaja auf Michel Schleicher. Dieser wurde 1940 in Kunbaja geboren. Als kleiner Bub kam er mit seiner Mutter (der Vater kam aus dem Krieg nicht mehr heim) nach Steinekirch und später nach Dinkelscherben. Damit ist er der letzte noch lebende Vertriebene aus Kunbaja der in Dinkelscherben eine Heimat gefunden hat.
Zur Jahreshauptversammlung des Förderkreises Partnerschaften lädt die Vorstandschaft alle Vereinsmitglieder und Freunde herzlich ein. Sie findet statt am
Donnerstag, 31.Juli 2025, 19.30 Uhr im Stockschützenheim am Kaiserberg
Tagesordnung
Eröffnung und Begrüßung, Genehmigung der Tagesordnung
Totengedenken
Verlesen der Niederschrift der letztjährigen JHV
Bericht der Vorsitzenden
Kassenbericht
Bericht der Kassenprüfer, Entlastung von Kassier und Vorstandschaft
Berichte vom Stand am Dinkelfest, der Teilnahme am Markstoi, der Besuche von und nach Kunbaja
Neuwahlen der Vorstandschaft
Besprechung über zukünftige Aktivitäten
Verschiedenes, Wünsche, Anträge
Wir freuen uns, wenn Sie diesen Abend zahlreich besuchen. Nach getaner Arbeit wird typisch ungarische Bewirtung angeboten.
Ein kurzfristig anberaumter Besuch einer Gruppe aus unserer Partnergemeinde Kunbaja nahmen wir zum Anlass, das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm zu besichtigen. In dieser Einrichtung kann man die Beweggründe der Aussiedler im 18. Jahrhundert aus Schwaben und dem Rheinland erfahren, die sich aus der Heimat nach Südosteuropa auf den Weg zu machen.
In den berühmten Ulmer Schachteln traten sie den beschwerlichen Weg auf der Donau an, um dort bessere Lebensbedingungen zu finden. Sie bekamen von der Habsburgischen Herrschaft Unterkunft und Land zum Bewirtschaften, durften ihre Kultur, Religion und Sprache behalten. So kam es zu einem friedlichen und bereichernden Nebeneinander der dortigen Nachbarn. Im Museum stellt sich lohnenswert dar, wie Integration gelingen kann. Dies könnte auch heute in unserer Ausländerdebatte zum Vorbild genommen werden.
Diese außerordentliche, großräumige und ausführliche Ausstellung ist immer eine Reise wert. Wir hatten sogar eine ungarische Führung mit unzähligen Details. Danach gab es am Donauufer noch Fotos vor dem neu errichteten „Ahnen-Auswanderungsdenkmal der Donauschwaben“. Dann wanderten wir durch die hübsche Altstadt, angeführt von Marlies Zettl und Tochter und unserer Lena Benkowitsch, die samt ihrem Bruder Zettl Hans in Kunbaja geboren und bis zum 10. Lebensjahr dort aufgewachsen sind.
Es ist schon fast gute Tradition, dass wir von unserer Partnergemeinde Kunbaja zum Erntedank- und Kirchweihfest eingeladen werden.
So machte sich auch dieses Jahr eine Gruppe von 8 Personen aus unserem Partnerschaftsverein am Abend des 18. September auf den Weg und erreichte nach einer 13-stündigen Fahrt wohlbehalten ihr Ziel.
Nach einem gemeinsamen Frühstück in Bácsalmás (Allmasch) verteilten wir uns auf die entsprechenden Unterkünfte und konnten uns ein paar Stunden ausruhen, allerdings nicht unser Fahrer Josef Grohs, der am Vormittag den Anhänger mit den mitgebrachten Spenden ausladen musste.
Am Nachmittag folgte schon ein erster Höhepunkt unserer Reise, nämlich ein Ausflug nach Baja, wo wir das ungarn-deutsche Bildungszentrum besuchten. Dieses Projekt wurde 1988 begonnen mit dem Ziel die Sprache der deutschen Minderheit zu erhalten. Im Jahr 2019 wurde eine sogenannte Ulmer Schachtel in Originalgröße nachgebaut. Es handelt sich dabei um ein 15-22 m langes und 3–5 m breites, kielloses Flusschiff, das als Symbol für die Auswanderung der Donauschwaben im 18. Jahrhundert betrachtet werden kann. Wegen ihres einfachen Aufbaus wurden die in Ulm hergestellten Schiffe als Schachteln verspottet.
Ein anschließender Spaziergang am Donauufer rundete den Ausflug ab.
Zum gemeinsamen Abendessen in Bácsalmás kamen viele unserer ungarischen Freunde dazu, und es gab ein herzliches Wiedersehen.
Einige unserer Gruppe machen sich am Freitagmorgen schon vor dem Frühstück auf den Weg zum Markt in Bácsalmás, wo es angeblich die besten Langos gibt.
Nach dem Frühstück versammelten wir uns alle an der Schule und machten uns anschließend auf den Weg zum gemeindeeigenen Gemüseverarbeitungsbetrieb mit Einkaufsmöglichkeit. Danach besichtigten wir die neu renovierte Rochuskapelle.
Am Nachmittag trafen sich die männlichen Teilnehmer unserer Gruppe zum Stockschießen, die weiblichen unternahmen einen Ausflug nach Hajos. Im dortigen Heimatmuseum erhielten wir eine Führung in schwäbischer Mundart. Besonders amüsant fanden wir die Beschriftung er Exponate auf Schwäbisch.
Hajos ist vor allem auch als Kellerdorf bekannt, demnach durfte ein Besuch in einer Weinschenke nicht fehlen. Obwohl wir uns in einer Weinschenke befanden, wurde uns zunächst Schnaps angeboten, erst danach gab es Weiß- und Rotwein.
Der Freitagabend stand zur freien Verfügung, und wir nutzten ihn zum Besuch bei alten Bekannten.
Am Samstag ging es nach dem Frühstück zum Festumzug. Mit geschmückten von Traktoren gezogenen Festwagen fuhren wir durch das Dorf. An verschiedenen Stationen stieg man aus. Eine Kindergruppe begann zu den Klängen der Csárdás-Musik mit dem traditionellen Csárdás-Tanz, zu dem sich alle einreihen konnten.
Am Ende gab es zur Stärkung für alle Getränke und Snacks.
Zu Ehren der verstorbenen Initiatoren der Partnerschaft Johann Lutz und Josef Ollmann brachten die Vorsitzende unseres Partnervereins Viktoria Aumann und unser 2. Bürgermeister Ulrich Fahrner zusammen mit Tokodi Hajnalka und Nagy Pisti je einen Blumenkranz an den beiden Gedenktafeln an.
Den krönenden Abschluss unseres Besuchs bildete der traditionelle Kirchweihball. Jung und Alt ließen sich von den beschwingten Rhythmen mitreißen und tanzten bis spät in die Nacht.
Am Sonntag hieß es dann Abschied nehmen und alle freuen sich jetzt schon auf ein baldiges Wiedersehen.
Der Beitrag des Förderkreises Partnerschaften zum gelungenen Dinkelfest 24 war die Zubereitung und Verkauf der ungarischen Leibspeise „Langos“.
4 Tage lang formten und backten 7 Frauen und Männer aus der Partnergemeinde Kunbaja dieses ausladende, deftige Schmalzgebäck . Für die Zutaten und die nötige Infrastruktur, sowie den Auf- und Abbau sorgten verlässlich die Vereinsmitglieder in Zusammenarbeit mit dem Team der Gemeinde.
Wieder einmal zeigte sich der Zusammenhalt im Verein und die freundschaftliche Mithilfe aus Kunbaja als verbindendes Element über Grenzen hinaus.
Allen Helfern, Beteiligten, der reichlichen Kundschaft, der Bäckerei Gleich und voran Winning Peter und Grohs Josef herzlichen Dank.
An einem Abend hat sogar ein spontan zusammengerufener Stammtisch neben dem Langosstand stattgefunden. Dieser war von einigen „Einheimischen“, sogar mit Rollstuhl, und mehreren Auswärtigen aus Diedorf, Augsburg und sogar München lebhaft besucht.
Zusammenfassung: eine gelungene Aktion des Vereins, zwar mit viel Aufwand, der sich aber gelohnt hat.
Nach über zehn Jahren besuchte wieder eine Gruppe von 14 Schülern der Grund- und Mittelschule Dinkelscherben mit Projektleiterin Simone Eisenbarth und Lehrkraft Yvonne Wagner die Schule der Partnergemeinde Kunbaja in Ungarn.
Nach einem langen Reisetag am Sonntag wurde die Gruppe am Bahnhof in Baja von zwei Kleinbussen abgeholt und zu ihrem Quartier gebracht. Am Montagmorgen begrüßte ein Komitee aus Schulleiterin, zweitem Bürgermeister und dem Partnerschaftsverein Dinkelscherben-Kunbaja die Gruppe an der Schule warmherzig. Große Buchstaben in den Farben der deutschen und ungarischen Flaggen schmückten die Aula mit dem Motto unseres Erasmus+-Projekts „Freundschaft kennt keine Grenzen“.
Die ungarische Schulfamilie hatte ein vielseitiges und abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Sie zeigten den deutschen Gästen, wie dort in den verschiedenen Jahrgangsstufen Deutsch unterrichtet wird und veranstalteten einen gemeinsamen Sporttag mit abschließendem Fußballspiel der beiden Schulen. Die Gastschüler hielten selbst Unterricht in den Jahrgangsstufen 6 und 7, sie zeigten wie Schulunterricht in Dinkelscherben aussieht und stellten das weltweit größte Volksfest, das Oktoberfest vor. Anschließend durfte jedes ungarische Kind sein eigenes Oktoberfestherz gestalten.
An den Nachmittagen besuchte die deutsche Gruppe eine Blaufärberei (Weltkulturerbe), sowie andere kulturelle Schätze, wie zum Beispiel die sog. Ulmer Schachtel in Baja. Besonders berührt waren die deutschen Gäste von dem, was sie über die gemeinsame Geschichte der beiden Orte und den Grund dieser besonderen Freundschaft mit all seinen schönen und wenig schönen Seiten erfahren haben.
Ab Donnerstag waren noch weitere Gäste aus Dinkelscherben angereist.
Den wichtigsten Tag des Besuchs in Kunbaja stellte der „Trachttag“ am Freitag dar. Er wird immer Ende April groß an der Schule gefeiert und alle Klassen präsentieren dann mit ihren Lehrkräften deutsche Lieder, Geschichten oder Tänze. Dieses Mal waren besonders viele Ehrengäste aus Budapest, Baja und Kunbaja anwesend, um auch die deutschen Gäste aus der Partnergemeinde Dinkelscherben zu begrüßen.
Frau Eisenbarth und Herr Grohs sprachen Dankesworte und überbrachten Grüße aus der Schule und der Gemeinde Dinkelscherben. Eine Gemeindefahne aus Dinkelscherben wurde dem Bürgermeister übergeben als Zeichen der Verbundenheit.
Höhepunkte der Veranstaltung bildeten der gemeinsame Tanz von ungarischen und deutschen Schülern sowie das gemeinsam gelernte Volkslied mit ungarisch-deutschem Text.
Jeder deutsche Schüler erhielt im Anschluss eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme der gemeinsamen ungarisch-deutschen Projektwoche „Freundschaft kennt keine Grenzen“.
Alle haben nicht nur gemeinsam gesungen und getanzt. Sie haben vielmehr Freundschaften geschlossen, die über Grenzen hinausgehen, und wurden damit zu echten Botschaftern der deutsch-ungarischen Freundschaft.
Kein Wunder, dass beim Abschied viele Tränen flossen und die Frage aufkam, wie lange es dauert, bis sich alle wieder sehen. Die Schüler waren sich einig, lange soll es nicht dauern.
Ganz besonderer Dank gilt dem Autohaus Landherr Thannhausen für die Bereitstellung eines VW-Kleinbusses und dem Partnerverein Dinkelscherben für die tatkräftige Unterstützung vor Ort.
Bild: Simone Eisenbarth
Zwei Gedenktafeln zu Ehren der Jugendfreunde Johann Lutz und Josef Ollmann erinnern an den Beginn der Freundschaft zwischen Kunbaja und Dinkelscherben, die bis heute andauert.