Schülerbesuch 21. – 28. März 2026: Gelebte Partnerschaft und wertvolle Begegnungen an der GMS Dinkelscherben

In der vergangenen Woche durfte die Grund- und Mittelschule Dinkelscherben 13 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Begleitpersonen aus Ungarn willkommen heißen. Diese Begegnung war weit mehr als ein schulischer Austausch – sie war ein lebendiges Beispiel für gelebte europäische Partnerschaft und interkulturelles Miteinander.

An den Vormittagen erhielten unsere Gäste einen umfassenden Einblick in den Schulalltag. Sie nahmen am Unterricht unserer Mittelschule teil und lernten dabei nicht nur klassische Fächer kennen, sondern auch praxisorientierte Bereiche wie Ernährung und Soziales, Wirtschaft und Kommunikation sowie Technik. Bereichernd war auch der gemeinsame Austausch in den Klassen; zusammen mit zwei Grundschulklassen studierten die ungarischen Schülerinnen und Schüler einen traditionellen ungarischen Tanz ein.

Die Nachmittage waren abwechslungsreich und aktiv gestaltet: Den Auftakt bildete eine Mountainbike-Aktion, bei der die ungarischen Gäste ihr Können in einem Parcours unter Beweis stellen konnten. Anschließend stand die Besichtigung der Beham Eierfabrik auf dem Programm, die spannende Einblicke in moderne Produktionsabläufe bot. Ein gemeinsamer Ausflug nach Augsburg folgte, bei dem trotz schlechten Wetters der Besuch der Augsburger Puppenkiste mit Museumsführung sowie eine Stadtführung auf großes Interesse stießen. Den sportlich-geselligen Abschluss bildete das Stockschießen gemeinsam mit dem Partnerschaftsverein. Am Freitag bot zudem Ernst Lutz persönlich Einblicke in seine Metzgerei und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern, selbst aktiv zu werden – vom Blick hinter die Theke bis hin zum Schneiden von Schinken.

Ein besonderer Dank gilt dem Partnerschaftsverein, besonders Josef Grohs, Peter Winning und Viktoria Aumann. Während der gesamten Woche wurden wir an den Nachmittagen tatkräftig unterstützt, was mit zum Gelingen dieses Austauschs beitrug.

Untergebracht waren die ungarischen Gäste bei Gastfamilien, die sie herzlich aufnahmen und ihnen einen authentischen Einblick in den deutschen Familienalltag ermöglichten. Diese persönlichen Begegnungen sind es, die den Austausch so wertvoll machen und nachhaltige Verbindungen schaffen.

Den feierlichen Abschluss fand die Woche am Freitag mit einem gemeinsamen deutsch-ungarischen Buffet. In diesem Rahmen wurde den Gastfamilien für ihr großes Engagement herzlich gedankt. Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Aufführung des zuvor einstudierten ungarischen Tanzes, der das gemeinsame Erleben der Woche eindrucksvoll widerspiegelte. Zudem nahm der neue Bürgermeister, Ulrich Fahrner, an der Veranstaltung teil und richtete in einer kurzen Ansprache wertschätzende Worte an alle Beteiligten.

Auch die ungarische Schulleiterin Hajnalka Tokodi-Kocsi sprach gegenüber Schulleiterin Simone Eisenbarth ihren besonderen Dank aus und hob hervor, wie reibungslos und herzlich der Austausch durch die Organisation der Grund- und Mittelschule Dinkelscherben durchgeführt werden konnte.

Diese Woche hat einmal mehr gezeigt: Die wichtigsten Erfahrungen, die wir mit nach Hause nehmen, sind nicht materiell – es sind die Begegnungen, Freundschaften und gemeinsamen Erinnerungen, die bleiben.

Simone Eisenbarth

Besuch aus Kunbaja zum Schäfflertanz in Dinkelscherben 12.-16.02.26

Am Faschingswochenende besuchte eine Gruppe aus Kunbaja uns in Dinkelscherben. Das Tanzkomitee hat uns dankenswerterweise einen Tanztermin am rußigen Freitagmittag im Rathausgarten kostenfrei ermöglicht. Die Erwartungen aller Aktiven und Zuschauer wurden bei Sonnenschein und bester Stimmung übertroffen. Man bestaunte die bunten Tänzer, beklatschte die Reifenschwinger, erfreute sich an der Blasmusik und an den gut gelaunten Clowns. Bei der Rede traf Hajni als Modepüppchen gut gemeinter Spott, den sie gekonnt einzuordnen wusste, zumal ihr der Vorsitzende des Schäfflertanzes, Karlheinz Lutz, einen Gedenkkrug überreichte. Sie bedankte sich öffentlich herzlich bei ihm für die Einladung und Wertschätzung.

Danach durften Gäste und Gastgeber im Hospital zu Mittag essen und dann eine Führung mit Ulrich Fahrner, dem Vorsitzenden der Stiftung, erleben.

Abends traf man sich im Musikerheim zum Faschingsball Zimpertie, verkleidet und in bester Tanzlaune.

Samstag und Sonntag waren ausgefüllt mit Begleitung der Schäfflertänze in den Strassen des Ortes, bei leider nur gemischtem Wetter. Der Besuch der Gardetanzveranstaltung in der Brauereihalle in Zusmarshausen und der Schäfflerherberge im Pfarrzentrum Dinkelscherben hat jeweils an den Abenden wieder alle getrocknet und aufgewärmt.

Ereignisreiche, außergewöhnliche und völkerverbindende Faschingstage gingen am Rosenmontag beim gemeinsamen Frühstück bei der Familie Grohs zu Ende.

Dank an die Gastgeber und alle Vereinsmitglieder, die zum Gelingen dazu beigetragen haben.

Kirchweihbesuch in Kubaja 17.-21. September 2025

Zum alljährlichen Kirchweihfest, dem Patrozinium Szent Maté, heiligen Matthias am 21. September ging die Einladung an unseren Verein.

Elf Mitglieder machten sich Mitte der Woche auf den Weg in die ferne Bácska, wo wir herzlich empfangen wurden, perfekt untergebracht und kulinarisch versorgt wurden. Das ging von Fischsuppe im Minderheitenhaus über Dampfnudeln auf Krautfleisch in der Unterkunft und Geselchtes im Brotlaib im Weinkeller in Hajos.

Einen Nachmittag waren die Sportler beim Stockschießen, die restlichen Teilnehmer wurden zu einer idyllischen Bootsfahrt auf der Donau begleitet.

Am traditionellen Umzug durch das Dorf auf geschmückten Wagen an Traktoren (früher Pferde) wurden die Gäste und viele Bewohner mit Musik durch das Dorf gefahren und an mehreren Stationen zu Imbiss, Getränken und vor allem Tanz auf der Strasse eingeladen. Dabei trugen die Schul- und Kindergartenkinder Gedichte vor und beobachteten die Dinkelscherbener Gäste, ob diese auch die Tanzschritte richtig ausführten, die sie ihnen am Tag zuvor im Schulhof mühsam beigebracht hatten.

Am Abend dann der ersehnte Ball im Kulturhaus. Dort tanzt alt und jung, ungarisch und deutsch unermüdlich mit Begeisterung die ganze Nacht den Csardas. Junge Damen zogen da schon mal die Schuhe aus.

Am Abfahrtssonntag hat unsere liebe Hajni zu ihrem Geburtstagsfrühstück eingeladen, von wo wir überaus gestärkt den Heimweg antreten mussten.

Ganz großen Dank für den liebevollen Empfang und die perfekte Organisation während des Aufenthaltes in Kunbaja.

Besuch anlässlich des Dinkel’25 vom 24. – 28. Juli 2025

Zum diesjährigen Dinkel 25 sind 7 Langosbäckerinnen und Bäcker aus Kunbaja gekommen um Peter und Ute Winning tatkräftig zu Seite zu stehen. Man kann sagen, das Team hat mit Umsicht und unermüdlicher Tatkraft diese 4 Tage gemeistert. Daneben waren Aufstellung und Ausstattung des Standes mit Fritteusen, Kühlschrank und dem passenden Strom in besten Händen bei Josef Grohs und Reinhard Pentz.

Die Bäckerei Gleich unterstützte mit Umsicht und Sachverstand die Herstellung des Langos-Teiges und überließ uns diesen zu günstigsten Bedingungen.


Daneben haben wir unsere ungarischen Gäste ins Allgäu, in die Breitachklamm und auf das Bolsterlanger Horn geführt. Ein anderer Ausflug ging ins Höchstätter Schloss und nach Dillingen.

Der letzte Zeitzeuge

Beim obligatorischen Besuch des Grabes von Hans Lutz auf dem Friedhof trafen unsere Freunde aus Kunbaja auf Michel Schleicher. Dieser wurde 1940 in Kunbaja geboren. Als kleiner Bub kam er mit seiner Mutter (der Vater kam aus dem Krieg nicht mehr heim) nach Steinekirch und später nach Dinkelscherben. Damit ist er der letzte noch lebende Vertriebene aus Kunbaja der in Dinkelscherben eine Heimat gefunden hat.

Einladung zur Jahreshauptversammlung am 31.Juli 2025

Zur Jahreshauptversammlung des Förderkreises Partnerschaften lädt die Vorstandschaft alle Vereinsmitglieder und Freunde herzlich ein. Sie findet statt am

Donnerstag, 31.Juli 2025, 19.30 Uhr im Stockschützenheim am Kaiserberg

Tagesordnung

  • Eröffnung und Begrüßung, Genehmigung der Tagesordnung
  • Totengedenken
  • Verlesen der Niederschrift der letztjährigen JHV
  • Bericht der Vorsitzenden
  • Kassenbericht
  • Bericht der Kassenprüfer, Entlastung von Kassier und Vorstandschaft
  • Berichte vom Stand am Dinkelfest, der Teilnahme am Markstoi, der Besuche von und nach Kunbaja
  • Neuwahlen der Vorstandschaft
  • Besprechung über zukünftige Aktivitäten
  • Verschiedenes, Wünsche, Anträge

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Abend zahlreich besuchen. Nach getaner Arbeit wird typisch ungarische Bewirtung angeboten.

Viktoria Aumann, Vorsitzende

Besuch des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm am 16.11.2024

Ein kurzfristig anberaumter Besuch einer Gruppe aus unserer Partnergemeinde Kunbaja nahmen wir zum Anlass, das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm zu besichtigen. In dieser Einrichtung kann man die Beweggründe der Aussiedler im 18. Jahrhundert aus Schwaben und dem Rheinland erfahren, die sich aus der Heimat nach Südosteuropa auf den Weg zu machen.

In den berühmten Ulmer Schachteln traten sie den beschwerlichen Weg auf der Donau an, um dort bessere Lebensbedingungen zu finden. Sie bekamen von der Habsburgischen Herrschaft Unterkunft und Land zum Bewirtschaften, durften ihre Kultur, Religion und Sprache behalten. So kam es zu einem friedlichen und bereichernden Nebeneinander der dortigen Nachbarn. Im Museum stellt sich lohnenswert dar, wie Integration gelingen kann. Dies könnte auch heute in unserer Ausländerdebatte zum Vorbild genommen werden.

Diese außerordentliche, großräumige und ausführliche Ausstellung ist immer eine Reise wert. Wir hatten sogar eine ungarische Führung mit unzähligen Details. Danach gab es am Donauufer noch Fotos vor dem neu errichteten „Ahnen-Auswanderungsdenkmal der Donauschwaben“. Dann wanderten wir durch die hübsche Altstadt, angeführt von Marlies Zettl und Tochter und unserer Lena Benkowitsch, die samt ihrem Bruder Zettl Hans in Kunbaja geboren und bis zum 10. Lebensjahr dort aufgewachsen sind.

Also: Auf nach Ulm

Fahrt zum Erntedank- und Kirchweihfest nach Kunbaja vom 19.-22.09.2024

Es ist schon fast gute Tradition, dass wir von unserer Partnergemeinde Kunbaja zum Erntedank- und Kirchweihfest eingeladen werden.

So machte sich auch dieses Jahr eine Gruppe von 8 Personen aus unserem Partnerschaftsverein am Abend des 18. September auf den Weg und erreichte nach einer 13-stündigen Fahrt wohlbehalten ihr Ziel.

Nach einem gemeinsamen Frühstück in Bácsalmás (Allmasch) verteilten wir uns auf die entsprechenden Unterkünfte und konnten uns ein paar Stunden ausruhen, allerdings nicht unser Fahrer Josef Grohs, der am Vormittag den Anhänger mit den mitgebrachten Spenden ausladen musste.

Am Nachmittag folgte schon ein erster Höhepunkt unserer Reise, nämlich ein Ausflug nach Baja, wo wir das ungarn-deutsche Bildungszentrum besuchten. Dieses Projekt wurde 1988 begonnen mit dem Ziel die Sprache der deutschen Minderheit zu erhalten. Im Jahr 2019 wurde eine sogenannte Ulmer Schachtel in Originalgröße nachgebaut. Es handelt sich dabei um ein 15-22 m langes und 3–5 m breites, kielloses Flusschiff, das als Symbol für die Auswanderung der Donauschwaben im 18. Jahrhundert betrachtet werden kann. Wegen ihres einfachen Aufbaus wurden die in Ulm hergestellten Schiffe als Schachteln verspottet.

Ein anschließender Spaziergang am Donauufer rundete den Ausflug ab.

Zum gemeinsamen Abendessen in Bácsalmás kamen viele unserer ungarischen Freunde dazu, und es gab ein herzliches Wiedersehen.

Einige unserer Gruppe machen sich am Freitagmorgen schon vor dem Frühstück auf den Weg zum Markt in Bácsalmás, wo es angeblich die besten Langos gibt.

Nach dem Frühstück versammelten wir uns alle an der Schule und machten uns anschließend auf den Weg zum gemeindeeigenen Gemüseverarbeitungsbetrieb mit Einkaufsmöglichkeit. Danach besichtigten wir die neu renovierte Rochuskapelle.

Am Nachmittag trafen sich die männlichen Teilnehmer unserer Gruppe zum Stockschießen, die weiblichen unternahmen einen Ausflug nach Hajos. Im dortigen Heimatmuseum erhielten wir eine Führung in schwäbischer Mundart. Besonders amüsant fanden wir die Beschriftung er Exponate auf Schwäbisch.

Hajos ist vor allem auch als Kellerdorf bekannt, demnach durfte ein Besuch in einer Weinschenke nicht fehlen. Obwohl wir uns in einer Weinschenke befanden, wurde uns zunächst Schnaps angeboten, erst danach gab es Weiß- und Rotwein.

Der Freitagabend stand zur freien Verfügung, und wir nutzten ihn zum Besuch bei alten Bekannten.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück zum Festumzug. Mit geschmückten von Traktoren gezogenen Festwagen fuhren wir durch das Dorf. An verschiedenen Stationen stieg man aus. Eine Kindergruppe begann zu den Klängen der Csárdás-Musik mit dem traditionellen Csárdás-Tanz, zu dem sich alle einreihen konnten.

Am Ende gab es zur Stärkung für alle Getränke und Snacks.

Zu Ehren der verstorbenen Initiatoren der Partnerschaft Johann Lutz und Josef Ollmann brachten die Vorsitzende unseres Partnervereins Viktoria Aumann und unser 2. Bürgermeister Ulrich Fahrner zusammen mit Tokodi Hajnalka und Nagy Pisti je einen Blumenkranz an den beiden Gedenktafeln an.

Den krönenden Abschluss unseres Besuchs bildete der traditionelle Kirchweihball. Jung und Alt ließen sich von den beschwingten Rhythmen mitreißen und tanzten bis spät in die Nacht.

Am Sonntag hieß es dann Abschied nehmen und alle freuen sich jetzt schon auf ein baldiges Wiedersehen.

Veröffentlichung der Masterarbeit von Maria Csauscher im August 2024

Kunbaja – die Machtstrukturen einer Erinnerungslandschaft
Eine digitale Untersuchung der historischen Karte eines ungarisch-deutschen Dorfes

von Maria Csauscher

Die o.g. Arbeit ist auf Englisch erschienen und kann unter folgendem link heruntergeladen werden:

https://urn.kb.se/resolve?urn=urn:nbn:se:lnu:diva-130367

Wer Interesse an der deutschen Übersetzung (wurde per KI generiert) hat, kann diese bei Frau Aumann anfordern.